Hinweiß!!

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Freitag, 22. Oktober 2010

My Diary - 1. Gutachten

 14. Aug 2008
 1:00 PM

Könnte heulen. Endlich hab ichs geschafft.
Nach unendlich vielen Sitzungen bei meinem Psychologen, habe ich einen Termin in Leipzig bei einem Gutachter bekommen!
Vor dem Gespräch dort war ich ziemlich aufgeregt... Klar, immerhin war es ziemlich wichtig für mich.
Erst mal Ewigkeiten das Gebäude suchen (von der stressigen Fahrt dort hin ganz zu schweigen) und einen Parkplatz finden. (Was in einer Großstadt auch nicht gerade einfach ist)

Ich weiß noch das ein großer Buchstabe auf einem der höheren Gebäude in der nähe war... Glaube ein M.
Aber egal. Auf dem Weg vom Auto zum Eingang ging ich vor meiner Mutter und meiner Freundin, die mich dorthin begleitet hatten.
Lustig, aber mir war die Hose runter gerutscht (hab abgenommen) und sie einfach flink mit einer Hand hinten wieder hoch gezogen.
Beide Parteien hinter mir mussten lachen. Wäre eben typisch Mann... Ich war erst verwirrt, hat mich aber auch i-wie gefreut und war auch lustig die Sache.

Kurz darauf kamen wir in das alte Gebäude. War sicher schon einige hundert Jahre alt. Eben ein Haus was man mitten in Großstädten häufig findet.
Es roch etwas alt... Wir gingen die Treppe rauf und mussten erst einmal erkunden, wo denn genau wir hin mussten.
Dann wies man uns wiede rnach unten, wo wir in ein Zimmer gebeten wurden. Eine art kleiner Warteraum, mit einem großen Schreibtisch, wohinter eine tippende Frau saß.
Bzw. wieder saß. Sie hatte uns rein gebracht in den Raum, kündigte unser Kommen an und ging wieder an ihre Arbeit zurück.
Ich weiß auch noch, das ein hässliches Blumengesteck in dem Räumchen stand. X_x
Eine Weile saßen wir nun dort und haben bisschen geredet. Ich hab natürlich etwas Muffensausen gehabt, in der Angst, es würde negativ ausfallen das Gespräch.
Es hing soviel davon ab!
Naja, dann kam ein Mann raus. Groß, größer als ich und mit längeren (etwa schulterlang) grauen welligen Haaren.
Einwas positives hatte das Ganze ja: Er würde sich nicht an meinen langen Haaren stören...

Kurze Begrüßung und ich folgte ihm nach drinnen. Ernüchternd: ich musste mit einer Praktikantin reden... nicht mit ihm!
Natürlich war das Ergebnis auch dem entsprechend. Habe das positive Gutachten erhalten. Jedoch voller Fehler und die Anrede war auch falsch...
Jedenfalls hatte ich echte Probleme mit diesem rothaarigen Püppchen zu reden. Die wirkte nich so ganz professionell.
Wenn so dein erstes Gutachten los geht, haste wenig Hoffnung.
Nach einer weile hatte ich alles erzählt, alle Fragen beantwortet Habe auch die Fragebögen, die ich eine Weile zuvor per Post bekommen hatte ausgefüllt..
Darinnen ging es um die Einstellung sich selbst gegenüber... Wie man sich mag, ob man sich mag, ob man gerne diese und jene Kleidung trägt, ob man schon mal Sex hatte oder Suizidgedanken, persöhnliche Einschätzungen und Kreuzchenaufgaben. Und vieles vieles mehr...
Hab den Rest der langweiligsten Teile erst auf der Hinfahrt zu ende gemacht x'') *schäm*

Nach dem das Gespräch vorbei war, kam ich raus und meine Mutter wurde zum Gespräch geladen.
Nach dem was sie in meinem Gutachten darüber geschrieben hat, hätte sie sogar geweint und (logisch) Probleme damit, es zu verstehen.
Nun... vlt werde ich i-wann mal mein altes Gutachten kopieren und rein stellen.  Damit ihr mal wisst, wie sowas aussieht x'D

Der Rest des Tages war eigentlich ganz easy. Wir fuhren heim, tratschten darüber noch ne Weile und gingen dann zu Bett.
Wärend meine Freundin den halben leipziger Wald absägte, lag ich wach und hab alles noch mal im Kopf Revue passieren lassen.
Da hatte ich das Gutachten ja noch nicht in Händen und wusste nicht was drinnen stand.
Es dauerte eine ganze Weile bis ich endlich eingeschlafen war... Am morgen wurde ich früh geweckt.
Meine Freundin musste ja auch i-wann mal wieder nach hause.
Sie war extra länger geblieben wegen mir und dem Termin. Und wenn man im Osten wohnt und sie im Westen, ist das eine lange Zeit, die man sich nicht sieht...
Der Abschied fiel uns wie immer schwer, aber man hat doch Telefon und I-net.

Sie ist meine Beste einfach, auf die ich nicht verzichten möchte.
Hoffe wir sehen uns bald wieder...

Kommentare:

  1. Sowas ist manchmal echt ätzend wenn man mit einer Praktikantin oder Helferin reden muss
    vor allem wenn es einem peinlich ist
    da könnte ich dann auch einfach aufstehn und gehn

    aber wie ich sehe sind bei dir ja schon mänliche Züge vorhanden
    *grins*
    sind schon gute Zeichen
    ^^

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  2. *lach* wegen der Hose... und menno wegen der Praktikantin aber icg glaube die kann man ablehnen. ich bin schon auf dem nächsten bericht gespannt vorallem auf das gutachten. wo kommst du her?
    liebe grüße Franzi

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  3. Typisch in den medizinischen berufen. Die unliebsamen unwichtigen aufgaben werden an die helfer übertragen...

    Bei der Frage ob man sex hatte hätte ich der vermutlich eine gewischst.....

    Das liest sich so als hätte niemand da wirklich interesse gehabt dir zu helfen.....

    Darling ich drücke dir weiter die dauemn und langsam merkt man warum du bist wie du bist....

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  4. Hallo,
    Ja, interessant und immer wieder überraschend. Das ist aber "Zufall": Mein Psychologe sitzt auch in Leipzig und ist gleichzeitig Gutachter für Namens- und Personenstandsänderungen. Warst Du das in Der Semmelweisstraße, Nähe "Gedächtniskirche / Deutsche Bücherei?
    Für was brauchtest Du das Gutachten? Bist Du schon bei der Namensänderung oder sogar Personenstandsänderung angekommen?
    Also ich brauchte nur eine Stellungnahme für den MdK, aber das hat mein Psychologe "automatisch" gemacht, da musste ich nicht nochmal extra "antanzen". Ich hatte bislang 3 Gespräche, habe einen (mehrseitigen) Fragebogen ausgefüllt, einen Trans-Lebenslauf (gleich den aus meiner Webseite genommen) angegeben - alles. Ich fand die ganze sache bislang unbürokratischer als gedacht und von Vielen beschrieben. Okay, mit dem MdK musste ich etwas streiten, aber das ist so "üblich", die Krankenkassen wollen immer erst einmal "sparen".
    Ich finde es toll, dass Du auch so offen und ehrlich mit Deiner Transsexualität umgehst. Ich trage mich mal als Dauerleser bei Dir ein und lade Dich ebenfalls herzlich dazu zu mir ein. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich zwischen uns eine nette und dauerhafte Freundschaft.
    Viele Grüße
    Gerti

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  5. Ich muss dir wieder danken. Es ist gut, dass du das mit uns teilst! So lern ich dich jeden Tag besser zu verstehen. Wir haben ja selten über deine Erlebnisse gesprochen. Ich hoffe, du weisst, dass ich immer für dich da bin, soweit ich kann! hdgggdl *knuddl*

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  6. Sehr interessant wieder mal und nun kommt es auch viel lockerer rüber, man merkt es hat sich viel geändert in letzter Zeit bei dir.

    Mich würde interessieren wozu du das Gutachten brauchst, wie Gerti sagte für die Personenstandsänderung?

    Bin gespannt auf deinen nächsten Eintrag. ;)
    Liebe Grüße
    Leonie

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  7. Wie es schon erwähnt wurde - und so kann ich dir auch nur dankbar hierfür sein - es gibt einem wirklich die Chance, dich ein bisschen besser zu verstehen, denn ich wage zu behaupten das niemand, der sich im 'richtigen' Körper fühlt auch nur ansatzweise vorstellen kann, wie sich das anfühlt, wenn man eingesperrt ist in einem Körper, an dem man von selbst nichts ändern kann wie anderswo abnehmen oder vielleicht die Brüste vergrößern.

    Außerdem beschreibt es sehr gut, dass es nichts ist, was man einfach als irgendein Hirngespinst abtun sollte, oder als eine Krankheit, die man behandeln kann.

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  8. Ah, ja die Praktikanden sind immer etwas komisch.Kommt bestimmt von der fehlenden Übung.
    Werd bei der nächsten Gelegenheit weiter lesen.Danke dir für den Einblick..
    MfG Daniel

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  9. Ich war auch in Leipzig bei einem Psychologen und hatte eine Praktikantin, die Fragen stellte. Sie selber lehnte zwar ab, dass ich trans sei, der Psychologe selber sah es aber nicht so eng.

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