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Sonntag, 24. Oktober 2010

My Diary II - 1. Termin beim Endokrinologen

(Datum muss noch nachgeforscht werden)

Heute hatte ich meinen ersten Termin bei einer Endokrinologin. x) *freu*
Die ist in Chemnitz, recht nahe gelegen und ich bin froh darüber, eine in der Nähe gefunden zu haben.

Anfangs wusste ich nicht einmal worum es sich bei dieser Bezeichnung wirklich handelte.
Das ich zu diesem Arzt muss, habe ich im Internet heraus gefunden. Mein ganzer Weg ist selbst geplant.
Ich kenne keinen der mir sagt, wo ich hin muss.
Alles was ich hatte war Wikipedia und einige andere Info-Seiten.
Man sieht aber wieder, man kann es auch alleine schaffen ;) Auch wenns schwer ist...
Habe vor langer Zeit schon angefangen mich darüber zu informieren.
Lange vor meinem Outing bei meiner Mutter. (Der Rest meiner Familie weiß es bis heute nur zur Hälfte...)
Ich wollte wissen, warum es mir so dreckig ging. Warum ich seit ich denken kann, gewisse Ängste, Probleme und Komplexe habe.
Wirklich raus gefunden hab ich's aber erst mit meinem Psychologen. Als ich wusste, was ich wissen wollte, hab ich mich bei Wikipedia schlau gemacht was ich brauche und wissen muss.
(Aber auch da hilft dir der Psychologe, wenn du es brauchst!)
Ich erfuhr von Gutachten, Ärzten und OP-Methoden. (die heute aber schon längst überholt sind)

Ein Endokrinologe ist unabdingbar für dich wenn du TS bist!
Er kümmert sich um deine Hormontherapie und sämtliche andere Medikamente die du dafür brauchst.

Mal wieder war ich aufgeregt... Wieder ein Termin, der ziemlich wichtig ist.
Denn du musst diese Endokrinologin ja auch erst mal davon überzeugen, das alles seine Richtigkeit hat. X.x
Wir fuhren los, mussten erst mal suchen wo es war und parkten in einer Tiefgarage, wo es ziemlich nach Benzin gerochen hatte... (Mit anderen Worten: es ärzt dir die Nebenhöhlen frei <.<)
Irgendein Kaufhaus war mit in dem Gebäude und andere Ärzte. Der Weg zum Arzt fand sich schnell.
Da wir (zugegeben) etwas faul sind, haben wir unten, nach dem wir 2 schmutzige Metalltüren hinter uns gelassen hatten, auf den Fahrstuhl gewartet.

Blöde Idee, denn das ding war so am wackeln und quietschen, das wir nach dem Termin runter GELAUFEN  sind xD
Egal wie weit es war. Unsere Blicke im Fahrstuhl zeigten, das wir der selben Meinung waren, wärend wir dem Gequietsche gelauscht haben. Mit sichtlichem Unwohlsein...

Wir gingen raus, nach links herum und durch eine weiße Tür.
Sah nach ganz normaler Praxis aus. (Wer hat was Anderes erwartet?)
Wir gingen zur Anmeldung und klärten alles ab, ehe wir nach links, durch eine Glastür in den Wartebereich gewiesen wurden.
Hier gibt es allerdings etwas, was ich bisher in keiner Praxis gesehen habe.
Neben  ganz normalen Metallstühlen mit schwarzer Sitzfläche aus Kunstleder, gab es da noch ein Sofa, das so weich war, das man richtig hinein sank x)
(Sitze da gerne drauf bei meinen Terminen dort. Wäre auch fast schon mal eingeschlafen. *rot werd*)

Nach ungefähr einer Stunde kamen wir endlich dran. (Dort dauert es immer lange)
Ich wurde von einer schlanken grauhaarigen Frau empfangen und in ein Zimmer gebeten.
Meine Mum kam mit. Sie war neugierig und würde sicherlich notfalls auch noch einiges erzählen können.
Ihrem Wissen um meine Situation konnte es obendrein auch nicht schaden.Im Gegenteil, sie würde mich vlt sogar wieder ein Stück mehr verstehen können.

Das Gespräch drehte sich erst einmal darum, was mit mir los war. Ich musste mal wieder meine ganze Geschichte auf den Tisch legen...
Dazu kamen das Gutachten und das kleinere Gutachten meines behandelnden Psychologen.
(Der musste immerhin auch seine Befunde dazu schreiben)
Als sie dann alles einwilligte, fiel mir erst mal ein großer Stein vom Herzen. Ich wurde entspannter und neugieriger darauf, wie es nun weiter ging.
Als sie erfuhr, da sich 2003-04 an Thrombose erkrankt war und sogar eine NotOP gebraucht hatte, grübelte sie. Ich bekam schon Angst, das ich nun die Hormone knicken konnte...
Doch letztlich verbot sie mir nur die Tablettenform, da diese sich zu sehr auf das Blut auswirkten. (Davon abgesehen, wirken die sowieso nicht...)
Ich bekam also erst einmal die Wahl zwischen Pflaster und glibbrigem Gel.
Natürlich wollte ich mich zuerst an den Pflastern versuchen.
Wurde jedoch rasch enttäuscht. denn zuerst bekam ich eine Packung mit 3 Spritzen verschrieben gegen meine eigenen, falschen Hormone.
Nö, nix da gleich Testosteron... Ich war schon etwas enttäuscht, sah aber ein, dass das natürlich auch erst mal unterdrückt werden musste, damit sich das Testo auch in voller Wirkung entfalten konnte.
Ein Bluttest wurde dort auch gleich noch mit gemacht. Die brauchten immerhin ein gutes Blutbild, um im Nachhinein vergleichen zu können, wie denn der ganze Kram wirkte. Die Spritzen würde ich zu Hause in einer Apotheke abholen können bzw. von dort nach Hause geschickt bekommen, wenn diese nicht Vorrätig waren.

Problem nur: ich habe PANISCHE Angst vor Nadeln jeglicher Art seit damals im Krankenhaus.
Blutnehmen ist erst nach längerer Überzeugungsarbeit möglich oder mit einem Spachtel und einer Leiter, um mich von der Zimmerdecke zu holen... *schäm*
(Wenn ihr mehr über diesen Horrortrip erfahren wollt, dann sagt es mir bitte und ich werds im nächsten Blog genauer beschreiben, wieso ich denn solch eine Angst davor bekommen habe Y.Y)

Der restliche Tag war wie nach jedem wichtigen Termin.
Wir redeten auf der Fahrt darüber und wärend wir danach zu Hause dönierten (=> haben wie so oft 'nen Döner geholt in Marienberg) ging das Gespräch weiter.
Meist jedoch beendete ich sowas recht flink, da ich alleine über vieles nachdenken wollte.

Das Mum es noch immer schwer hat, merkt man. Sie behandelt mich oft noch wie ihr kleines Mädchen. *würg*
Aber was will ich machen?? In ihren Augen war ich 22 Jahre lang ihre Tochter, EGAL wie sehr ich mich dagegen sträubte und ihr versuchte klar zu machen, das ich kein Mädchen bin. Kein richtiges zumindest...
Sie hatte ihre Augen verschlossen. Schien nicht sehen zu wollen oder übersah es unbewusst, das ich nicht normal war.
Sie sagte lediglich, das sie dachte, ich wäre lesbisch... Weil ich mich nie mit Männern eingelassen hatte und so.
Lediglich die Sache, das ich mich nie schminkte oder mit anderen Mädels groß spielte, nie Interesse an Puppen oder anderem Weiberkram hatte, hatte sie stutzig gemacht. Sagt sie...
Doch gab es in meinem ganzen Leben so VIELE Anzeichen, das ich eben nicht das Mädchen bin, für welches sie mich hielt.
Ich bin froh, das sie es endlich kapiert hat. Auch wenn erst mein Psychologe ihr die Augen öffnen musste, da sie es bei mir für ein Hirngespinst hielt... Sowas tut weh, wenn man immer so abgewiesen wird.
Sie sagte auch immer oft, das Sex etwas schönes sei und auch das Kinderkriegen. Dachte auch, das es an der Pupertät läge, das ich mich dafür nicht interessierte.
Ein Junge müsste nur hartnäckig genug sein und ich würde Sex haben mit ihm.
Für mich jedoch ist es heute wie auch damals eher etwas, was mich würgen und schütteln lässt.
Beides würde ich NICHT in diesem Körper haben wollen. Weder Sex noch Kinder möchte ich so haben.
Es läuft mir kalt den Rücken hinab, wenn ich mir so etwas vorstelle.
Klar, anders herum könnte ich es. Aber doch nicht so...

Ich habs versucht... hatte 3 Freunde. Hab mich versucht an zu passen und das zu sein, was die Welt in mir sah.
Ich wollte doch einfach nur nicht schief angeschaut werden und akzeptiert werden.
Doch was ich spielte, was nicht ich. Ich war nicht glücklich. Alles was ich je mit einem Mann zugelassen hatte war etwas Kuscheln und Schmußen.
Ich weiß noch, das ich angefangen hatte zu zucken (unbeabsichtigt), wenn ein Kerl mich unsittlich berührte.
Wenn er mehr wollte. Alles hatte sich bei mir automatisch angespannt. So sehr, das es schon fast weh tat.
In mir wuchs das Verlangen, die Beine in die Hand zu nehmen.
Etwas, was ich meist auch tat... Ich hab mich so schrecklich gefühlt Y_Y
Das normalste der Welt ist für mich nicht möglich. Das normalste der Welt ist für mich nicht vorhanden.
Weder ein Körper, noch Sex. Auch wenn ich mich wiederhohle: auch das Waschen, bzw Ausziehen reicht schon, um mir Ekelblasen an der Lippe wachsen zu lassen.
Ich habe, als ich jünger war, oft Tränen in den Augen gehabt, wenn ich mich waschen musste.
Heute hab ich gelernt, damit zu leben, solange es sein muss. Ich mache einfach jegliches Licht aus und wasche mich etappenweiße... Baden tue ich selten. Ich ertrage es nicht mich ganz aus zu ziehen. (Daher nur etappenweiße)
Denn was nützt es einem, wenn es einem danach dreckiger geht als vorher?
Ich möchte mich doch waschen, ausziehen und alles. Ich will wieder normal baden wie früher, als Kind. Mich aufs warme Wasser freuen und mit dem Schaum blödsinn machen, dass das ganze Bad voller Schaumflocken ist. So wie früher.
Doch ich empfinde nur Abscheu wenn ich heute ans Baden oder Duschen denke...

Kommentare:

  1. Sehr interessanter Bericht, mal von einem Transmann, für mich quasi die "andere Seite", aber an Deiner ganzen Schilderung, besonders der Kinder- und Jugendjahre erkenne ich sehr viel von mir wieder. Vielleicht ist es alles etwa dasselbe, nur anders herum, weil man sich in der jeweilige Rolle, bei Dir die weibliche, nicht wohl fühlt und verklemmt wird.
    Also ich als Transfrau bin bei einem Urologen, der sich aber auch auf Hormone spezialisiert hat und schon öfter Transsexuelle behandelte. Du könntet zu einer gleichwertigen Gynäkologin auch gehen. Aber Hormospezialist ist ja auch okay. Wichtig sind bei mir die Leberwerte (toi, toi, toi - als ehemaliger kräftiger Biertrinker muss die ganz schön stark geworden sein - Blutbilder bislang hervorragend. Ja, Thrombose ist so eine Sache, allerdings übertreibt man es mit den Darstellungen bei Hormonen (bei mir weibliche) heftig. 1: über 10.000 Fälle, na ja, als Optimistin gehöre ich zu den 9.999 und gut.
    Ich bin aber auch nicht vorbelastet, rauche allerdings. Ich dachte, dass mit dem Thromboserisiko ist nur bei weiblichen Hormonen wie Östrogen. Auch bei Testosteron? Wundert mich, da normalerweise Männer weniger Thrombose kriegen... Ich nehme Tabletten (so lange es keine Probleme gibt), weil mein Arzt meinte, wenn man da wirklich was nicht verträgt, setzt man die ab und die sind schnell wieder aus dem Blut raus. Spritzen wirken ja muskulär verteilt bis 3 oder 4 Wochen und Hormonzufuhr über Pflaster schwankt zum einen und bleibt nach Abnehmen auch noch länger drin. Später steige ich aber wahrscheinlich beim Östrogen auf Pflaster um.
    Was mich mal interessiert. Ich hatte es in der "Männerwelt" stets schwer, da ich eben weiblich veranlagt war und bin und da gab es schon manchmal Hänseleien oder Provokationen.
    Wie war das bei Dir als quasi männlich fühlendes Wesen unter Mädchen und Frauen. gab es da auch Anerkennungs- und Durchsetzungsprobleme? Na, dann, lieber "Herr Transmann", alles Gute und weiter viel Erfolg auf Deinem Weg wünscht Dir
    Gerti.
    P.S.: Auch ich bin meine Veränderung völlig alleine angegangen, habe auch nicht auf sog "Ratschläge" aus dem Internet gehört und das war gut so.

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  2. das war wieder win arzt besucht mich interesiert deine spritzen angst. und ich hoffe du kannst irgendwann wieder mit dem schaum spielen. lg franzi

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  3. Pretty web design.

    http://youcanfacetodaybecausehelives.blogspot.com/

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  4. Wow, das ist wirklich alles unglaublich interessant; so ein bisschen zu erfahren, was für medizinische (und bürokratische) Etappen man alles hinter sich lassen muss. Das klingt wirklich ziemlich aufwendig und nervig, aber klar - so eine Geschlechtsumwandlung geht nicht von heute auf nachher und muss erst sorgsam eingeleitet werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eine Zeit der unendlichen Vorfreude sein muss, gepaart mit einer harten Geduldsprobe. Ich hoffe sehr für dich, dass alles problemlos verläuft! Auch wenn du sagst, dass man nie zu 100% befriedigt sein wird, so ist es doch ein entscheidender Schritt.

    Das mit deiner Mutter tut mir Leid. Sowas ist schlimm, wenn die eigenen Eltern die Augen vor den Tatsachen verschließen. Natürlich sollte man nicht jede Laune in der Pubertät für bare Münze nehmen, aber bei dir hat sich ja schon lange gezeigt, dass du dich nicht als Mädchen fühlst und dieses Gefühl hat sich mit fortschreitendem Alter ja nur weiter verstärkt... Da hätte man als Mutter schon aufmerksamer sein sollen... Aber dass sie mit dir zu all diesen Terminen geht, zeigt ja, dass sie jetzt zumindest versucht, es zu verstehen.

    Ich wünsche dir und allen anderen Transsexuellen auf der Welt jedenfalls alles Gute auf eurem Lebensweg! Lasst euch nicht unterkriegen!! :)

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  5. Ich hab grade Tränen in den Augen.
    Dieser Text war besonders gegen Ende für mich sehr hart zu lesen.
    Ich habe gemerkt, wie sehr es dich belastet, wie sehr du leidest und wieder einmal wie ähnlich wir uns sind.

    Besonders der Teil mit deiner Mutter hat mich ziemlich mitgenommen. Meine hatte nie Verständniss für mich(und wird es wohl auch nie haben). Sie rastet ja schon aus, wenn ich versuche sie darauf anzusprechen, dass ich lesbisch bin. Ich kann mit ihr gar nicht reden. Selbst meine Psychologin konnte mir da nicht helfen. Ich bewunder deine Mutter dafür, dass sie so hinter dir steht. Es ist nicht selbstverständlich, dass Eltern das tun.

    Den Wunsch, dass alles so sein soll wir früher, als man noch klein war, kenne ich nur zu gut. Damals war alles viel einfacher. "Aufgeschlagene Knie heilen eben schneller als zerbrochnene Seelen"

    Auch den Vorwurf deiner Mutter gegenüber, dass sie die eigentlich so offensichtlichen Anzeichen übersehen hat, kenne ich. Meine Mutter hat sich eigentlich einen Scheiß um mich gekümmert und hat dadurch alles nur noch shclimmer gemacht. Und wenn ihr mal auffiel, dass irgendwas an mir anders war, hieß es gleich ich sei falsch oder an allem selber schuld. Sowas tut weh.

    Mit den Männern ging es mir ähnlich. Ich hatte mein Leben lang nur schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht und habe trotzdem versucht "nach der Norm" zu leben. Ich hatte 2 Freunde und drei "Versuche" die ich nach wenigen Wochen abgebrochen habe. Es geht einfach nicht. Man kann sich nicht "in sein Schicksahl fügen" wenn alles in einem sich dagegen sträubt. Es macht einen nur noch unglücklicher. Doch ich wollte das einfach nicht einsehen, habe es immer wieder versucht und bin nur immer wieder gegen eine Wand gerannt.

    Ich freu mich für dich, dass du das jetzt auch erkannt hast und dich nicht mehr selber damit quälst. Du hast schon genug Probleme... leider...

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Freue mich immer über eure Meinungen. Ich beiße nicht ;)